Schritt für Schritt


Wenn es meinem Hund schlecht geht, dann leide ich mit ihr. Ich will ihr die Schmerzen nehmen, ich will ihr helfen. So geht es den Menschen in unserer Praxis auch. Sie kämpfen für die Gesundheit ihres Hundes, für die Lebensfreude, für die guten Tage. Aber manchmal gibt es so viel mehr schlechte, als gute Tage. So viele Rückschläge, so viel nervenaufreibende Tierarzttermine und Ansätze. Manchmal geht es irgendwie nicht weiter, wird es einfach nicht besser. Und man sieht seinen Hund und möchte doch so gerne etwas tun, um ihm zu helfen. Das raubt einem den Mut und nimmt den Wind aus den Segeln. In solchen Momenten kann man sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder alles gut sein wird.

In einem solchen Moment saß ich mit meiner Hündin Davita bei einer Tierheilpraktikerin. Zu dem Zeitpunkt hatten wir vielleicht 2 Tage im Monat, wo sich mein kleiner Hund einigermaßen schmerzfrei bewegen konnte. An allen anderen war sie ein Schatten ihrer selbst. Ich war frustriert und wusste nicht weiter. Die Zuversicht, die mich durch die schlechten Tage getragen hatte, war irgendwie weg. Die Heilpraktikerin sagte zu mir folgende Worte:

 

Wenn du nicht daran glaubst, dass dein Hund gesund wird, dann wird er es auch nicht.

 

In dem Moment ergab dieser Satz für mich keinen Sinn. Warum sollte mein Glauben irgendetwas bewirken? Was macht es für einen Unterschied?

Trotz meiner Zweifel lies er mich nicht los. Dieser Satz sollte mich bis heute durch all die schlechten Tage begleiten. Denn der Glauben, dass etwas so wird wie wir es uns wünschen, drückt Hoffnung aus. Er gibt Zuversicht und die Kraft weiter zu machen. Mit der Überzeugung, dass es besser werden wird, konnte ich losgehen und die Menschen suchen, die uns halfen. Ich hatte eine Motivation anzufangen und zu kämpfen. Es ging nicht so wie ich es mir vorgestellt oder gewünscht habe. Es gab anstrengende Stunden und Rückschläge, aber wir sind unseren Weg gegangen, Schritt für Schritt.

 

Heute liegt mein kleiner fröhlicher Hund neben mir und ich bin um viele Erinnerungen reicher. Ich habe ein sicheres Netz aus Menschen, die uns helfen können, wenn es Davita nicht gut geht und ich habe einiges dazu gelernt. Sie wird anfällig bleiben und es wird immer wieder schlechte Tage geben. Aber sie sind selten und wir bauen unseren Alltag, unsere schönen Momente einfach drum herum. Wir gehen unseren Weg, Schritt für Schritt.



 

Anna Jäcklein +

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