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Chaostage


Manche Tage sind voller Chaos. Da denke ich, das Leben hat geplant mich herauszufordern und sich überlegt, wie man das wohl am besten gestalten könnte. Heute war wieder so ein Chaos - Morgen, an dem mir nicht so ganz klar war, wieso alles geballt gerade heute morgen sein musste…

Der Start war etwas holprig mit einem nicht klingelnden Wecker und dieser wunderbaren Schrecksekunde in der man wach wird und feststellt: verschlafen. Zwar nicht arg, aber so, dass der gemütliche Start ordentlich ins Wanken kommt. Also raus aus den Federn, Dusche, Anziehen und los geht’s. Ach nee Moment. Ohne Futter verlässt der Hund nicht das Haus. Also wieder zurück, Futter in den Napf und dann direkt in den Hund. Nächster Versuch. Diesmal kommen wir aus der Wohnung bis runter in den Hof. Ich möchte bemerken, dass sich zu diesem Zeitpunkt Handy, Schlüssel und Hundeleine in meiner Hand befunden hat und der Rucksack mehr schlecht als recht an meiner Schulter baumelte, Jacke noch offen. Eigentlich also noch nicht vorbereitet auf eine Hundebegegnung direkt hinter meiner Haustür in unserem Hof. Aber tja, ist trotzdem passiert. Handy lebt zum Glück noch. War aber knapp. Der Nachbarshund auch, war aber etwas knapper.

Während der kleine Terrier noch genüsslich am Toben war, konnte ich tiefenentspannt (nicht!) mein Handy wegpacken, die Jacke zu machen und ihr ins Ohr säuseln, dass sie den Feind in die Flucht geschlagen hat. Haus und Hof verteidigt. Glück gehabt.

Gerade nochmal kurz Zeit zum Luft holen, da kommt schon die nächste Runde. Meine andere Nachbarin verlässt mit Carne Corso Hündin das Haus aus dem wir gerade gekommen sind. Also ungefähr 30 cm hinter mir. Also so direkt zum Guten Morgen Küsschen geben und löst direkt den nächsten Wutanfall Davitas aus. Ist zum Glück lediglich laut und nervig. Morgens um 6.30 Uhr.

Unsere Nachbarschaft liebt uns übrigens!

 

Nachdem wir (also eher Davita) uns beruhigt hatten, ging es also endlich raus aus dem Hof. In der Regel treffen wir auf unserer Morgenrunde viele Menschen, die zur Arbeit gehen, aber keine Hundeleute. Die kommen erst nach uns. Heute morgen haben aber anscheinend alle die Bettflucht oder naja, wir sind halt ein bisschen spät dran.

Deshalb treffen wir selbstverständlich (wie soll es an einem Chaostag auch anders sein) noch vier weitere Hunde. Im Ort, am frühen Morgen, mit meinem Hund, dem es an Adrenalin an diesem Morgen nicht mangelt. Leinenführigkeit war auch schon mal besser. Aber wer will schon am frühen Morgen einen Hund der ordentlich an der Leine läuft? Wir langweilig!

Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, springt Nachbarskatze ein Meter vor uns unter einem Auto hervor und verschwindet in Zeitlupe im Gebüsch. Hund detoniert und ich überlege ob es an der Zeit ist zu lachen oder zu heulen. Habe mich für Lachen entschieden und beschlossen mit Adrenalin im Blut lässt es sich eh viel besser Arbeiten. Ein Hoch auf Chaos Tage!



 

Anna Jäcklein +

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