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Im Schnee verschwunden


Der Sonntag, 18. Januar 2015,  begrüßte uns mit herrlichstem Wetter und strahlendem Sonnenschein. Die Entscheidung war schnell gefallen: Wir müssen raus und die paar Stunden Sonne auskosten!

Wir beschlossen ins Münstertal zu fahren und von dort hoch auf den Belchen zu wandern. Angegeben waren 7,5 km bis zum Gipfel – das klang gar nicht so weit.

Was wir nicht ganz bedacht hatten: Von Münstertal zum Belchen ist es nicht „nur“ 7,5 km weit, sondern auch noch ein beträchtlicher Höhenunterschied. Das bedeutet, die komplette Zeit eine starke Steigung und nach kürzester Zeit auch Schnee unter den Füßen.

Aber Schnee hatten wir in diesem Jahr noch nicht so viel und wir waren guter Dinge, das wird schon nicht so anstrengend. Der frische Neuschnee war aber tatsächlich recht nervig und nach kurzer Zeit war ich schon ganz schön geschafft.

Einzige, die das Ganze überhaupt nicht anstrengend fand, war Davita. Sie war glücklich im Schnee zu sein, war dick eingepackt in ihrem Mantel und findet Wandern super. Überall neue Gerüche und Löcher, in die man den Kopf stecken kann. Vor allem wenn Frauchen so vor sich hin schleicht, bleibt viel Zeit zum Schnuppern und Buddeln.

Je weiter wir nach oben kamen, desto mehr Schnee lag und desto anstrengender wurde das Ganze. Aber wenn man zwischendurch aus dem Wald in eine nicht so dicht bewachsene Lichtung lief, dann war es das alles wert. Eine gigantische Aussicht bei herrlichstem Wetter. Es war wirklich toll.

Das gab uns wieder neuen Antrieb es tatsächlich auf den Gipfel zu schaffen.

Nach ein paar Stunden Wanderung kamen wir an der Baumgrenze an. Wir verließen den Wald und standen vor einer wundervollen Winterlandschaft. Alles war weiß und abseits von dem kleinen Trampelpfad den die Wanderer vor uns gemacht hatten, war richtig tiefer Schnee. Es war wirklich herrlich!

Nach einer kurzen Runde des Staunens ging es weiter. Wir waren motiviert und guter Laune. Da Davita tiefen Schnee nicht ausstehen kann und wir mit ihr am herumtollen waren, haben wir sie von der Leine gelassen. Wir drei hatten richtig Spaß!

Doch plötzlich war ein Geruch anscheinend besser. Den so schnell konnten wir gar nicht schauen, war ein kleiner weißer Hund mit Nase voraus im tiefen Schnee verschwunden und rannte den steilen Hang runter talabwärts. Wir natürlich hinterher. Leider waren wir aber nicht annähernd so schnell wie der kleine Feger. Sie rannte durch den Tiefschnee durch immer unwegsameres Gelände und wollte einfach nicht stehen bleiben. Rufen und locken wollte da auch nicht helfen. Irgendwann konnten wir nicht weiter hinterher, weil es einfach zu steil bergab ging und wir nicht angezogen waren für Tiefschnee. Das war ein wirklich schlimmer Moment. Mein kleines Mädchen verschwindet im Tiefschnee. Der absolute Albtraum.

Wir mobilisierten alle Kräfte und kämpften uns durch Schnee den Hang wieder hinauf. Ich war komplett am Ende.

Oben angekommen waren wir bis auf die Haut durchnässt und es war richtig kalt. Aber wir mussten weiter. Unser Ziel war die Bergstation, von der wir mit der Seilbahn ins Tal fahren wollten. Ich informierte meinen Vater und meine Schwester Rika, die sich sofort zu Hause auf den Weg machten und mit denen wir uns im Tal treffen wollten.

Plötzlich hatten wir keinen Blick mehr für die schöne Aussicht, das herrliche Wetter und dass wir endlich den Gipfel erreicht hatten.

Unsere Sorge galt dieser kleinen Fellnase, die wir wieder mit nach Hause nehmen wollten. Ich konnte, nein wollte mir gar nicht vorstellen, ohne sie am Abend zurück zu kehren.

 

Ich wollte mein Hundemädchen zurück haben!



 

Anna Jäcklein +

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