Alles andere kann bis morgen warten!


Davita hat Schmerzen. Schlimme Schmerzen. Mein kleiner Hund hat einen trüben Blick und sieht um Jahre gealtert aus, von einem Tag auf den nächsten. Ganz ehrlich: meine Welt steht an solchen Tagen immer ein bisschen still. Zwar ist das alles nicht neu, aber auch Altbekanntes kann einen aus der Bahn werfen. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, denn man bekommt die ganze Angst, ob es wieder so schlimm wird wie beim letzten Mal, noch mit im Paket dazu. Was hilft, sind Abläufe. Ich weiß, was die Schmerzen besser macht und ich muss gar nicht mehr großartig darüber nachdenken. Schmerztabletten haben wir genug auf Vorrat daheim, homöopathische Mittel, Wickel und ähnliches ebenso. Die Nummer von unserem Tierarzt kenne ich fast im Schlaf und den Weg finde ich schon lange ohne Navi. Wir sind vorbereitet und trotzdem lähmt es mich jedes Mal aufs Neue. Denn nichts lässt Davitas Schmerz weg gehen. Alles was ich tun kann, ist, ihr den Schmerz etwas erträglicher machen. Dieses Wissen, dass ich ihr eigentlich nicht helfen kann, bricht mir fast das Herz.

Es ist nicht neu, dass mein Hund krank ist. Es ist aber trotzdem jedes Mal wieder schlimm, wenn es ihr schlecht geht. Für Davita, aber auch für mich. Es macht mich traurig, wütend und richtig unglücklich. Es vermiest mir den Tag und macht mich unglaublich hilflos. Nur gestehe ich mir das oft selbst nicht zu. Ich kümmere mich um mein Tier, sorge für sie und mache alles in meinen Möglichkeiten. Dabei kommt nur eines oft zu kurz: ich selbst. Aber mein Schmerz darf genauso da sein wie ihrer.

 

Wir dürfen gemeinsam diesen blöden, fiesen Kacktag hassen.

 

Ich darf auch mal in den Arm genommen werden und ein Tränchen verdrücken, denn mein Hundemädchen ist krank. Das betrifft mich, ebenso wie sie. Wir stecken da zusammen drin und wir gehen da gemeinsam durch. Deshalb versuche ich heute mal, mich auch um mich zu kümmern. Damit mein Herzschmerz leichter wird und ich mich wieder über meinen Hund freuen kann, wenn wieder bessere Tage kommen. Heute habe ich uns Ruhe verschrieben, Sofa, Wärme und Schlaf. Alles andere kann bis morgen warten!



 

Anna Jäcklein +

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